,,Gibt es Hoffnung und Möglichkeiten für eine bessere Welt?“
Interview der Revista Peruana de Filosofia Aplicada mit Helmut Dahmer
Interview der Revista Peruana de Filosofia Aplicada mit Helmut Dahmer
1. „Faschismus" als nationalistisch-fremdenfeindliche Ideologie und als politische Bewegung zur Homogenisierung der Bevölkerung von Nationalstaaten gibt es seit 100 Jahren. Seine Funktion war und ist die Verteidigung der kapitalistischen Wirtschaft durch Beseitigung der parlamentarischen Demokratie (mit freien Wahlen, Parteien-Konkurrenz, Gewaltenteilung und Menschenrechtsgarantien) und deren Ersetzung durch ein „autoritäres" Regime (mit Ein-Partei-Diktatur, Gleichschaltung von Gesetzgebung, Regierung und Judikative), das zur oligopolistischen Struktur der Wirtschaft nicht in Gegensatz steht, sondern ihr entspricht. Die konterrevolutionäre Funktion des Faschismus bleibt sich gleich, sein Erscheinungsbild wandelt sich.
Bei der Reichstagswahl im November 1932 wurde die NSDAP mit knapp 12 Millionen Stimmen stärkste Partei. Jubelnd feierten ihre Anhänger die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933.* Damit begann die Wandlung der deutschen Gesellschaft zu einer triumphalistischen Räuber- und Mördergemeinschaft, die willens- und bald auch in der Lage - war alles, was sich ihrem Traum von einem "arischen" Großreich zwischen Atlantik und ural nicht fügte, auszurotten - gleich ob es sich um viele Millionen Menschen oder um die kulturelle Überlieferung handelte.
„Marx hat gefordert, ,die Welt zu verändern‘, Rimbaud, ,das Leben zu ändern‘; für uns sind beide Losungen ein und dieselbe“ (Breton, 1935, S. 95).
Vor kurzem (2017) hat das deutsche Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der die Verurteilungen von Zehntausenden deutschen Männern wegen „homosexueller Handlungen“ gemäß dem als „Paragraph 175“ bekannten schwulenfeindlichen Gesetz dieses Landes aufheben wird. Dieses Gesetz stammt aus dem Jahr 1871, als das erste Gesetzbuch des modernen Deutschlands geschaffen wurde.
Um die gegenwärtige Situation (in Deutschland und Österreich) zu verstehen, bedarf es der Vergewisserung über die Geschichte, aus der sie hervorgegangen ist, und über deren internationalen Kontext. Der moderne Kapitalismus, der sich vermöge der von Europa ausgehenden Kolonialisierung der außereuropäischen Gesellschaften zur Weltwirtschaft entwickelt hat, erwuchs aus Nationalgeschichten. Erst der Rückgang von der heutigen Situation auf deren Vorgeschichte und der Vergleich aktueller Entwicklungen und Risiken mit ähnlichen in der Vergangenheit des „eigenen“ oder anderer Länder ermöglicht es uns, das „Dunkel des Jetzt“ (Ernst Bloch) zu erhellen und aus dem Bannkreis der bestehenden Verhältnisse herauszutreten. Blicken wir also zurück auf die Weimarer Republik, auf 1945 – das Jahr des Spurenverwischens und des Gedächtnisverlusts –, auf Trumps Putschversuch von 2021, und richten wir dann erst den Blick auf dies Wahljahr 2024.
Im Juli dieses Jahres fand wieder das Sommercamp der SOAL statt. Unten findest du einige Mitschnitte von Referaten und Diskussionen. Die Videos werden laufend ergänzt.
Naive Leute glauben, die Königswürde stecke im König selbst, in seinem Hermelinmantel und in der Krone, in seinem Fleisch und Bein. Aber die Königswürde ist ein Verhältnis zwischen Menschen. Der König ist nur darum König, weil sich in seiner Person die Interessen und Vorurteile von Millionen Menschen widerspiegeln. Wenn dieses Verhältnis vom Strom der Ereignisse weggespült wird, erweist sich der König bloß als ein verbrauchter Herr mit herabhängender Unterlippe.
Die erste antikolonialistische Weltpartei, die Kommunistische Internationale, war die praktische Konsequenz von Lenins Imperialismusanalyse.
Agenten der faschistischen Geheimpolizei PIDE ermorden noch vier Menschen, bevor ihre Zentrale von den aufständischen Massen eingenommen wird: Am Morgen des 25.April 1974 besetzt die Bewegung der Streitkräfte (MFA – Movimento das Forças Armadas) verschiedene strategische Punkte in Lissabon und stürzt die 1926 errichtete faschistische Diktatur von António de Oliveira Salazar, dem Führer des Estado Novo. Das Ziel der Bewegung ist die Beendigung der 13 Jahre zuvor begonnenen Kolonialkriege, freie Wahlen und die Einführung einer bürgerlichen Demokratie.