Frauenrechte

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Ein feministischer Blick auf den Krieg in der Ukraine

Seit vielen Jahren konzentriert sich unsere politische Arbeit auf die feministische Bewegung, an der wir uns selbstverständlich aus einem internationalistischen Blickwinkel heraus beteiligen, aber mit den spezifischen Ansprechpartnern einer Geschichte. In Italien wird die politische Bühne seit einigen Jahren von einer Bewegung bestimmt, die sich als "feministisch und transfeministisch" definiert, unabhängig von Parteien und Gewerkschaften ist und ein antikapitalistisches Programm verfolgt.

2022-05-09T11:50:04+02:007. Mai 2022|

Es geht nicht um Strafe, sondern um Verhaltensänderung. Über den Umgang mit sexualisierter Gewalt in linken Organisationen und Bewegungen

von Petra Stanius und Angela Klein Gewalt gegen Frauen gibt es nicht nur in Paarbeziehungen oder in der Familie, es gibt sie auch am Arbeitsplatz und in Organisationen. Auch in linken Organisationen und fortschrittlichen Bewegungen gibt es Fälle von sexualisierter Gewalt, werden Mitglieder solcher Taten beschuldigt. Eine Reihe von Organisationen wurden unvorbereitet damit konfrontiert, fanden keinen angemessen Umgang damit und mit den unmittelbar Beteiligten und zerbrachen an dem daraus folgenden Konflikt. Für die SoZ-Redaktion war ein Vorfall bei der Kampagne «Deutsche Wohnen & Co. enteignen» ein Grund, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dabei ging es uns nicht darum, Stellung zu beziehen – das kann die Redaktion gar nicht, weil sie keine ausreichende Grundlage hat, ein eigenes Urteil zu fällen, auch wenn einzelne Mitglieder der Redaktion dazu eine Meinung haben. Wir haben uns auf die ...

2022-03-14T11:43:19+01:0014. März 2022|

Alexandra Kollontai und die Neue Frau. Die Vordenkerin der sexuellen Befreiung wurde vor 150 Jahren geboren

von Elfriede Müller Alexandra Kollontai (1872–1952) war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der kommunistischen Weltbewegung. Sie widmete sich zwei Schlüsselfragen: der Sexualität und der Familie. In ihrer Schrift Die neue Moral und die Arbeiterklasse (1918) legte Kollontai ihre Ideen zur Sexualität dar. Ihr Ideal war die «sukzessive Monogamie» als freie, nicht eheliche Verbindung. Die kameradschaftliche Solidarität stellte für Kollontai die große Kraft der Liebesbeziehungen da. Die rein physische Anziehung, der Eros ohne Flügel, wird vom beflügelten Eros ersetzt, der die körperliche Verbindung nicht ausschließt, aber nicht allein trägt. Die kommunistische Gesellschaft, so Kollontai, werde eine neue Form der Liebe erleben. Erst die Liebe in mannigfaltigen Formen kann helfen, das neue Kollektiv zu gründen. Der «geflügelte Eros» bedeutete eine Kulturrevolution der Beziehungen in den Reihen der Jugendorganisation Komsomol: Frauenkommunen, getrennte Wohnungen von Paaren, Jugendkommunen waren einige ...

2022-03-14T10:57:00+01:0014. März 2022|

Internationaler Frauentag 8. März: Kampf für das Leben der Frauen und für die Gleichheit in der Produktion des Lebens!

Internationales Komitee der Vierten Internationale Der Internationale Frauentag ist jedes Jahr ein Meilenstein, um den feministischen Kämpfen gegen den patriarchalischen Kapitalismus, der versucht, neue Wege zu unserer Unterdrückung und Ausbeutung zu finden, Sichtbarkeit zu verleihen. Angesichts der Gesundheitskrise, die durch die Pandemie COVID-19 ausgelöst worden ist und zu der Wirtschaftskrise und den Angriffen konservativer Regierungen auf die Rechte der Frauen hinzugekommen ist, ist eine internationale Mobilisierung an diesem Datum noch wichtiger und nötiger. Die Pandemie hat eine Krise in verschiedenen Dimensionen des menschlichen Lebens ausgelöst und gezeigt, dass die für das Überleben notwendigen Arbeiten die wirklich wesentlichen sind, wenn gesundheitliche Maßnahmen physische Isolation erforderlich machen. Durch die physische Trennung waren die Frauen auf den häuslichen Bereich beschränkt und konnten nicht mehr einer Arbeit nachgehen, die zwar unsicher war, ihnen aber ein Einkommen brachte. So ...

Wer verteidigt die Rechte der Frauen und die Demokratie in Afghanistan?

Junge afghanische Frauen in Kabul 1970 Verlassen und verraten, die Frauen Afganistans. Der kapitalistische Westen hat offiziell abgedankt, seine sich selbst zugeschriebene Funktion der Verteidigung der Demokratie und damit auch für die Rechte der Frauen auf Selbstbestimmung auszuüben. Diese Aufgabe muss spätestens ab jetzt die internationale Solidarität der sozialen Bewegungen illusionslos und ganz alleine übernehmen. Die Aufgabe wiegt schwer und ist bitter notwendig. Und sie ist auch eine große Chance, diese Ziele und weitere, die auch die soziale Dimension einschließen und deutlich über erstere hinaus gehen, mit vollem Einsatz anzustreben. Die chaotische und überstürzte Flucht der neokolonialen Mächte USA, Deutschland, GB etc. aus Afgahistan zeichnen ein beredtes Bild ihrer Prioritäten: Ausgeflogen wird nur das eigene Personal, Zivilflüge sind gestrichen. Es werden zwar einige Tausend Soldaten nach Afghanistan geschickt. Diese haben aber lediglich ...

2021-08-17T01:20:07+02:0017. August 2021|

Video-Doku der Ökosozialistische Konferenz vom 12./13. Juni 2021 im Schiefergebirge (Thüringen)

mit Links zu den Referaten und Dikussionen (siehe unten) 2. Ökosozialistische Konferenz der ISO Der Klimakatastrophe begegnen 29.06.2021 Die 2. Ökosozialistische Konferenz der ISO beschäftigte sich mit den verschiedenen Ursachen für die Klimakatastrophe, wie der Tierindustrie. Außerdem diskutierten die Teilnehmer*innen über mögliche Auswege und wie wir diese erreichen können. Am 12. und 13. Juni fand im Schieferpark Lehesten in Thüringen die zweite Ökosozialistische Konferenz der ISO mit ca. 30 Teilnehmenden statt, davon zwei Drittel Mitglieder der Organisation. Unsere Devise: „Der Katastrophe begegnen“. Wo stehen wir in der sozialistischen Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe? Welche Lücken gilt es dabei zu füllen und wie sollten wir unsere Arbeit ausrichten? Gerahmt von diesen Fragen wurden auf der Konferenz als zentrale Themen die Verkehrspolitik und die Landwirtschaft diskutiert. Faktoren der Klimakatastrophe und der Gegenwehr Zum Auftakt der Konferenz diskutierten ...

2021-07-08T01:35:48+02:001. Juli 2021|

Frauen und Natur – für einen ökosozialistischen Feminismus

Frauen – weltweit an der Spitze im Kampf gegen die Umwelt­zerstörung von Jess Spear* Wo immer die Kräfte der Zerstörung versuchen, Bäume zu fällen, unsere Luft und unser Wasser zu verschmutzen und die Erde für Mineralien abzureißen, führen Frauen den Widerstand an. Natürlich sind auch viele Männer erbitterte Kämpfer gegen die kapitalistische Zerstörung und organisieren Massenbewegungen zur Verteidigung der Wälder und des Landes – wie Chico Mendes im Amazonasgebiet und Ken Saro-Wiwa im Nigerdelta, die beide für ihren Aktivismus ermordet wurden. Die bekanntesten Umweltaktivist*innen heute sind jedoch zweifellos Frauen: Vanessa Nakate und Greta Thunberg, Alexandria Ocasio-Cortez, Naomi Klein und Vandana Shiva. Der Aufstieg der «neuen Frauenbewegung» zusammen mit den Umweltbewegungen in den 1970er Jahren führte zur Entstehung einer ökofeministischen Politik, die einen Zusammenhang zwischen der Ausbeutung und Degradierung der natürlichen Welt und der Unterordnung ...

2021-06-09T21:39:52+02:004. Juni 2021|

Kommune von Paris, 18. März bis 28. Mai 1871: „Die Kommune ist eine Ode auf die Emanzipation“

von Olivier Besancenot Unsere Genossen Olivier Besancenot und Michael Löwy haben aus Anlass des 150. Jahrestags der Pariser Kommune das Buch „Marx in Paris 1871: Jennys blaues Heft“[i] veröffentlicht. Julien Salingue, Redakteur von L’Anticapitaliste, der Wochenzeitung der NPA, hat sich hierüber mit Olivier Besancenot unterhalten. Ihr habt für dieses Buch ein recht originelles „Format“ gewählt, denn es ist eine politische Fiktion, die davon handelt, Marx habe sich 1871 während der Kommune in Paris aufgehalten. Warum habt ihr euch dafür entschieden? Das geht auf eine Diskussion mit Michael zurück, ich glaube, Michael hatte als erster die Idee, mit dem Ziel, etwas anderes zu machen als das, was bereits gemacht wurde und zum 150. Jahrestag der Kommune wieder gemacht werden wird. Im Grunde ging es darum, etwas Sinnvolles, Originelles zu finden, um Marxʼ Überlegungen zur Pariser ...

2021-05-15T19:40:46+02:002. Mai 2021|

Revolution der Frauen in Polen: Proteste nach Angriff auf Reproduktionsrechte

Der oberste Gerichtshof Polens hat Abtreibungen aufgrund der Missbildung eines Fötus für verfassungswidrig erklärt. Und das, obwohl das geltende Gesetz zu Schwangerschaftsabbrüchen bereits eines der restriktivsten in Europa ist. Seitdem demonstrieren Frauen jeden Tag. Die Bewegung weitet ihre Forderungen aus, darunter ist inzwischen nicht zuletzt die Forderung nach dem Rücktritt der Regierung. Die Wut reißt alle Teile der Gesellschaft mit, die dem von der PiS propagierten konservativen Modell ablehnend gegenüberstehen. Am Dienstag, den 22. Oktober 2020, urteilte das polnische Verfassungsgericht, Teile des seit 1993 geltenden Gesetzes zu Schwangerschaftsabbrüchen seien verfassungswidrig. Bis dahin erlaubte das Gesetz Abtreibungen in drei Fällen: Gefährdung der Gesundheit und des Lebens der Schwangeren, bei Verdacht, dass die Schwangerschaft aus einer „verbotenen Handlung“, also einer Vergewaltigung oder einem Inzest, resultiert, sowie bei Feststellung einer unheilbaren Schädigung des Fötus. Das Gericht bewertete ...

2021-06-22T22:29:12+02:0013. Januar 2021|