Palästina

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Johnny Bunzl (1945 – 2022)

von Redaktion Johnny war ein nachdenklicher, beharrlicher, liebenswürdiger, sanfter Mensch, einer der verstehen und sich nicht mit billigen eingeübten Erklärungen abspeisen lassen wollte, einer, der den Dingen, der Geschichte, auf den Grund ging. Keiner in Österreich kannte die Geschichte des jüdischen Selbstverständnisses in Österreich so gut wie er, kaum eine/r, der die Situation im mittleren Osten, insbesondere die schmerzliche Realität in Israel, wirklich verstand wie Johnny.  So erarbeitete er auch wesentliche Grundlagen für die Politik Bruno Kreiskys im Nahen Osten. Wegen seiner differenzierten Herangehensweisee und vor allem wegen seiner kompromisslos humanen, universalistischen und internationalistischen Haltung wurde er maximal auf die „Seite der Anderen“ im Standard oder einen gelegentlichen Kommentar am Rande des ORF verbannt, ein Lehrstuhl an der Uni wurde ihm für immer verwehrt. Dabei hatte er so vieles zu sagen! Mit seiner aufrechten ...

2022-05-11T18:06:06+02:0029. April 2022|

Israels Führung hat sich verrechnet

Nach der Provokation auf dem Tempelberg stellt sich die Frage: wer hat ­gewonnen, wer verloren? von ­Moshe Machover* Die mehrfache Provokation der palästinensischen Bevölkerung in Jerusalem Anfang Mai durch israelische Siedler und Polizei hat eine Vorgeschichte. Die Wahlen zur Knesset am 23. März hatten keine Regierungsmehrheit ergeben, sie führten nicht zu dem, was Netanyahu wollte: eine Koalition, die ihm Immunität von Anklagen wegen Korruption und Bestechung verschaffen würde, für die er derzeit vor Gericht steht. Netanyahu hat deshalb versucht, einen «nationalen Notstand» herbeizuführen. Die Spannungen zwischen Israel und dem Iran wurden wieder aufgeheizt, es gab eine Reihe von Attentaten, dazu Provokationen gegen iranische Schiffe im Mittelmeer usw. Die tatsächliche Krise fand dann nicht an der iranischen Front, sondern in Jerusalem statt. Es gibt einige Hinweise darauf, dass sie provoziert wurde, was höchstwahrscheinlich auf seine ...

2021-07-08T23:20:06+02:008. Juli 2021|

Israel in Palästina

von Helmut Dahmer (17.4.2009)   I Der asymmetrische Krieg der israelischen Armee gegen das Hamas-Regime im Gaza-Streifen hat im Dezember 2008 und im Januar 2009 mehr als 1.300 Opfer (mindestens ein Viertel davon Zivilisten) gekostet und die ohnehin bescheidene „Infrastruktur“ dieses großen, von Israel seit langem zernierten Flüchtlingslagers demoliert. Eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern – denen in Israel, denen in den seit 1967 von Israel besetzten Gebieten und denen in den Nachbarstaaten Israels – scheint unwahrscheinlicher denn je. „Gewinner“ des „Krieges“ sind „Hardliner“ auf beiden Seiten, die nun das große Wort führen. Von einem „Friedensprozeß“ zwischen Palästinensern und Israelis schwafeln nur noch ratlose Politiker, die lieber jahrzehntealte Beschönigungs-Formeln wiederkäuen, als sich mit dem perennierenden Konflikt auseinanderzusetzen, der in den Hamas-Attacken und der darauf folgenden israelischen Strafaktion seinen aktuellen Ausdruck gefunden hat. Alles, was ...

2021-06-09T21:37:57+02:009. Juni 2021|

Elemente zur aktuellen Lage in Palästina und zu weiteren Mobilisierungen der Solidarität

Von Julien Salingue 20.05.2021 Die Ereignisse der letzten Wochen wurden von den meinungsbildenden Medien zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Israel und „der Hamas“ reduziert. Unterschlagen wurde dabei, dass es (wie so oft) eine Geschichte hinter der Geschichte gibt. Der französische Nahostexperte Julien Salingue beschreibt in 25 Punkten die Entwicklung des Konflikts und liefert einige Erklärungen dazu. Weiterlesen unter: https://palaestina-info.ch/wp-content/uploads/2021/05/Julien-Salingue.pdf

2021-06-09T21:38:57+02:004. Juni 2021|

Antipalästinensische Gewalt: Israels Rassismus

Von Gilbert Achcar | 26.05.2021 Anti-arabischer Rassismus ist ein wichtiger Teil von Israel. Doch dieser spielt in der öffentlichen Debatte Israels eine viel geringere Rolle als der anti-schwarze Rassismus in den USA. George Floyd wurde vor fast genau einem Jahr, am 25. Mai, in Minneapolis kaltblütig, wenn auch unbeabsichtigt, durch „felony assault“ (einen strafbaren Angriff) ermordet. Nachdem die Nachricht und das Video von seiner Ermordung viral gegangen waren, erlebte das Gebiet Minneapolis-Saint Paul Tage mit gewalttätiger Randale und Plünderungen https://en.wikipedia.org/wiki/George_Floyd_protests_in_Minneapolis%E2%80%93Saint_Paul. Das Ergebnis war die „zweitgrößte zerstörerische Periode lokaler Unruhen in der Geschichte der Vereinigten Staaten nach den Unruhen in Los Angeles 1992“. Man stelle sich vor, der Bürgermeister von Minneapolis hätte den Aufruhr der schwarzen Bevölkerung mit dem Kristallnacht-Pogrom der Nazis 1938 verglichen… Am 28. Mai sagte Jacob Frey, der Bürgermeister von Minneapolis, vor Reporter*innen ...

2021-06-03T14:28:29+02:0027. Mai 2021|

Israel/Palästina: Solidarität mit den Palästinenser*innen gegen die neokoloniale Aggression

In den letzten Wochen haben sich Palästinenser*innen in Jerusalem massenhaft mobilisiert, um ihr Grundrecht ‒ in ihren eigenen Häusern zu leben, in denen ihre Familien seit mehreren Gene-rationen wohnen ‒ gegen die Versuche der israelischen Regierung und extremistischer Siedleror-ganisationen zu verteidigen, sie zu vertreiben und durch jüdische Siedler*innen zu ersetzen ‒ Teil einer Politik, die man nur als ethnische Säuberung bezeichnen kann.

2021-06-03T14:30:23+02:0020. Mai 2021|