Die März-SOZ ist erschienen!
Alle Artikel zum Anklicken und Aufrufen.
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Autor:innen dieser Nummer: Arno Pilgram, Monika Mokre, Kurt Hofmann, Claudia Siefen-Leitich, Elfriede Müller, Michael Koltan, Helmut Dahmer, Gerd Roscher, Hazel Rosenstrauch, Norbert Rath.
Was können uns die Plädoyers inhaftierter Demonstrant:innen vor Gericht über das Ausmaß des Widerstands gegen den Krieg in Russland verraten?
Viele bekannte französische Theoretiker:innen der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts haben auf die eine oder andere Art einen »kolonialen Hintergrund« mit einer konkreten biografischen Realität. Der Historiker und Kulturwissenschaftler Onur Erdur untersucht in seinem unterhaltsamen und bebilderten Essay genau diese individuellen räumlichen Erfahrungen und ihren Einfluss auf die Theorie. Es waren nicht nur die legendären Pariser Bibliotheken, sondern auch die Straßen Algiers und der Strand von Tunis, die den Raum für Theorie bildeten.
„Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf." (MEW 1, 379)
Das von der Kommissarin Alma Oberkofler (der Heldin der Geschichte) mit Hilfe nicht nur ihrer Kollegen gesammelte Material reicht nicht für eine Anklage, sehr wohl aber für einen politischen Skandal erster Güte – dank der Veröffentlichung durch eine mutige Journalistin.
Juryentscheidungen sind häufig Kompromisse. Dies gilt wohl auch die Preisverleihung des »Goldenen Leoparden« an den litauischen Film Akiplesa (Regie: Saula Biluvalté). Der Film erzählt die Geschichte einer Mädchenfreundschaft rund um eine erhoffte Modelkarriere. Zwei Außenseiterinnen halten gegen Mobbing zusammen, machen sich Gedanken über schlanke Körper, aber mehr noch über das Entfliehen aus der Provinz in die große Stadt. Der Film ist ein intimes Porträt, sensibel erzählt. Was Akiplesa aber nicht war: der Höhepunkt des Festivals. Da standen mehrere bemerkenswerte Filme zur Auswahl.
Fritz Keller hat uns still und leise verlassen. Er war der Chronist der Anfänge der Linksopposition und trotzkistischen Strömung in der KPÖ, des Wiener Mai 68, Historiker der Arbeiter*innenbewegung, Ausstellungsgestalter, Gewerkschaftsaktivist, kreativer und bienenfleißiger Kämpfer und ...
Der Aufstieg der Naturwissenschaften im 19.Jahrhundert befeuerte die Illusion, Krankheiten seien durch medizinische Maßnahmen zu »besiegen« oder gar durch eine erbbiologisch basierte Bevölkerungspolitik »auszumerzen«. Doch gab es innerhalb der Medizin auch kritische Stimmen, bspw. die von Rudolf Virchow. Er führte Krankheiten wesentlich auf mangelhafte soziale Verhältnisse zurück. Deshalb plädierte er für eine »soziale Medizin«, die die Arbeits-, Wohn- und Ernährungsverhältnisse in den Blick nimmt.
Der Autor des Klassikers Libido und Gesellschaft. Studien über Freud und die Freudsche Linke (die dritte erweiterte Auflage erschien 2013, urspr. 1982) ist dafür bekannt, die Werke von Marx und Freud als zwei verschiedene und doch verwandte Ansätze »kritischer Theorie« zu verstehen. Mit seinem neuen Buch führt er die Arbeit fort, beide Theorien miteinander zu konfrontieren und zu zeigen, wie sie sich wechselseitig befruchten können.