Die Revolution ist möglich. Er war ein leninistischer Sponti: Ein Nachruf auf Alain Krivine

Alain Krivine (Crédit PhotoPhotothèque Rouge / Photothèque Rouge / SJ) Von Elfriede Müller Alain Krivine war einer der letzten Vertreter des Pariser Mai 1968, der seinen linksradikalen Überzeugungen ein Leben lang treu geblieben ist, ohne dabei jemals dogmatisch oder lächerlich zu werden. Nun ist er am 12. März in Paris im Alter von 80 Jahren gestorben. Die vielen offiziellen Beileidsbekundungen der linken wie bürgerlichen Presse machen die Bedeutung Krivines für die französische Nachkriegslinke deutlich. Sogar Staatspräsident Macron kondolierte. Alain Krivine war ein kritischer Kommunist mit guevaristischem Einschlag. Als unprätentiöse Persönlichkeit, die weder Posten noch Karriere anstrebte, war er das Gegenteil eines Bürokraten: Er war ein leninistischer Sponti mit feinem politischen Gespür, Integrität und mit seinem Witz ein toller Redner. Antimilitarismus, Antiimperialismus und Antistalinismus, diese Mixtur war der Treibstoff, der ihn in Bewegung ...