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Jürgen Habermas – eine Würdigung. Die Entzauberung rätselhafter Institutionen

Mit Jürgen Habermas ist am 14.März der prominenteste noch lebende Vertreter der Frankfurter Schule gestorben. Er hat ihren kritisch-marxistischen Ansatz weiter entwickelt und sich regelmäßig in die großen politischen Debatten eingemischt – von der Auseinandersetzung mit der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre über den Historikerstreit bis hin zur Verteidigung einer republikanischen politischen Identität.

2026-05-04T23:45:20+02:004. Mai 2026|

Hegels „Algebra der Revolution“[1]

Helmut Dahmer, Wien Vor 250 Jahren, am 27. August 1770, wurde Hegel als Sohn eines herzoglich-württembergischen Beamten in Stuttgart geboren. Seit 1817 Fichtes Nachfolger an der Berliner Universität, führte er die von Kant begonnene „philosophische Revolution“ zu Ende (Heine, 1834).[2] Das Projekt Hegels und seiner Studienfreunde am Tübinger Stift, Schelling und Hölderlin, war es, ihre „Zeit in Gedanken zu erfassen“, sie also sich und ihren Zeitgenossen verständlich zu machen. Sie studierten Philosophie und Theologie, und ihre Studienzeit fiel mit der von den französischen „Enzyklopädisten“ (Diderot, D′Alembert, Holbach, Rousseau, Turgot, Voltaire) vorbereiteten französischen Revolution der Jahre 1789-1794 zusammen. Im Schlusskapitel seiner geschichtsphilosophischen Vorlesungen[3] schrieb Hegel über „Aufklärung“ und Revolution: „Der Gedanke, der Begriff des Rechts machte sich mit einem Male geltend, und dagegen konnte das alte Gerüst des Unrechts keinen Widerstand leisten. […] Es war ...

2021-06-22T22:58:43+02:0012. Oktober 2020|