Ökosozialismus

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Die Revolution ist möglich. Er war ein leninistischer Sponti: Ein Nachruf auf Alain Krivine

Alain Krivine (Crédit PhotoPhotothèque Rouge / Photothèque Rouge / SJ) Von Elfriede Müller Alain Krivine war einer der letzten Vertreter des Pariser Mai 1968, der seinen linksradikalen Überzeugungen ein Leben lang treu geblieben ist, ohne dabei jemals dogmatisch oder lächerlich zu werden. Nun ist er am 12. März in Paris im Alter von 80 Jahren gestorben. Die vielen offiziellen Beileidsbekundungen der linken wie bürgerlichen Presse machen die Bedeutung Krivines für die französische Nachkriegslinke deutlich. Sogar Staatspräsident Macron kondolierte. Alain Krivine war ein kritischer Kommunist mit guevaristischem Einschlag. Als unprätentiöse Persönlichkeit, die weder Posten noch Karriere anstrebte, war er das Gegenteil eines Bürokraten: Er war ein leninistischer Sponti mit feinem politischen Gespür, Integrität und mit seinem Witz ein toller Redner. Antimilitarismus, Antiimperialismus und Antistalinismus, diese Mixtur war der Treibstoff, der ihn in Bewegung ...

2022-04-28T00:25:17+02:0028. April 2022|

In Kopenhagen hat die radikale Linke zum ersten Mal die dänische Sozialdemokratie geschlagen

Bei den jüngsten Wahlen in Dänemark konnte das rot-grüne Bündnis einen starken Stimmen­zuwachs verzeichnen und wurde damit zur größten Partei in Kopenhagen. Das Ergebnis zeigt, dass die regierende Sozialdemokratie die dänische Bevölkerung, die Maß­nahmen gegen den Klimawandel und steigende Mieten fordert, nicht länger ignorieren kann.

2021-12-16T16:45:25+01:0010. Dezember 2021|

Klimakonferenz COP26: Genug mit blah blah, nur kämpfen lohnt sich!

Daniel Tanuro, 26.10.2021 Die zunehmende Zahl von Klimakatastrophen auf der ganzen Welt ist das Ergebnis einer Erwärmung von "nur" 1,1° bis 1,2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Nach der Lektüre des 1,5°C-Sonderberichts des IPCC[1] wird jede vernünftige Leserin zum Schluss kommen, dass alles, aber auch wirklich alles getan werden muss, um die Erde weit unter diesem Erwärmungsniveau zu halten. Darüber hinaus steigen die Risiken sehr schnell an.[2] Es besteht sogar die wachsende Möglichkeit, dass eine Kaskade positiver Rückkopplungen dazu führt, dass der Planet unumkehrbar in Richtung eines "Treibhauses" kippt, was schließlich zu einem Meeresspiegel führen würde, der dreizehn oder sogar mehrere Dutzend Meter höher liegt als heute.[3] Ein unvorstellbares Schreckensszenario... ganz sicher unvereinbar mit der Existenz von sieben Milliarden Menschen auf der Erde! In Anbetracht der seit dem weltweiten Klimagipfel (Rio, 1992) - und ...

2021-11-10T11:07:35+01:0010. November 2021|

Planung und ökologische und soziale Transformation

Beitrag zu einem Dossier zu Sozialismus, Märkte, Selbstverwaltung. Die Auffassung, dass in jedem ernsthaften und radikalen Prozess des sozial-ökologischen Übergangs eine Planung der Wirtschaft notwendig ist, findet zunehmend Zustimmung. Dies steht im Gegensatz zu den traditionellen Positionen der grünen Parteien, sie treten für eine ökologische Variante der „Marktwirtschaft“, d. h. für einen „grünen Kapitalismus“ ein.

2021-10-12T16:19:04+02:0012. Oktober 2021|

Am Rande des Abgrunds ‒ und das Szenario, das der Weltklimarat nicht modelliert hat

Zum Sechsten Sachstandsbericht des IPCC Daniel Tanuro Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), hat seinen Bericht über die physikalischen Grundlagen als Beitrag zum sechsten Sachstandsbericht über den Klimawandel vorgelegt, der Anfang 2022 erscheinen soll. Der Bericht[i] und seine Zusammenfassung[ii] sind in dem präzisen Stil und dem Wortschatz wissenschaftlicher Veröffentlichungen gehalten, die „objektive“ Aussagen machen. Aber noch nie hat ein Bericht von Expert*innen für die globale Erwärmung einen solchen Eindruck von den Ängsten vermittelt, die durch die Abwägung der Fakten im Lichte der unumstößlichen Gesetze der Physik entstehen. Beängstigende Aussichten ... Die Angst rührt zuerst einmal aus dem Kontext: Die schrecklichen Überschwemmungen und Brände, die Verwüstung, Tod und Schrecken an sämtlichen Ecken und Enden des Planeten verbreiten, sind genau das, wovor der IPCC seit über dreißig Jahren warnt und wogegen die Regierungen nichts ...

2021-08-12T12:14:54+02:0012. August 2021|

So geht Organizing: Die Rothe Ecke – kleiner Raum mit großer Mission

«Dort, wo wir stehen, leben, arbeiten und wohnen, wollen wir die Gesellschaft ein Stück gerechter und rebellischer machen» von Violetta Bock Im Juli 2014 taten sich ein paar Menschen zusammen, um aus eigener Kraft die Rothe Ecke zu gründen und damit eine gemeinsame Vision umzusetzen. Die Rothe Ecke ist ein Eckladen mit Schaufensterfronten zu beiden Seiten mitten im Stadtteil Rothenditmold in Kassel. Daher hat sie auch ihren Namen. Das Rot passt aber auch ganz gut zum Inhalt. Es ging eben nicht darum den xten linken Szeneladen aufzubauen, sondern einen Ort zu schaffen, an dem sich Nachbar:innen wohl fühlen und Infrastruktur vorhanden ist für gemeinsame Organisierung. Das ist in Rothenditmold dringend nötig. Nicht umsonst ist in dem Stadtteil mit etwa 7000 Einwohner:innen die Wahlbeteiligung traditionell am niedrigsten. Bei der letzten Kommunalwahl schenkten gerade mal 23 ...

2021-07-08T22:07:47+02:008. Juli 2021|

Video-Doku der Ökosozialistische Konferenz vom 12./13. Juni 2021 im Schiefergebirge (Thüringen)

mit Links zu den Referaten und Dikussionen (siehe unten) 2. Ökosozialistische Konferenz der ISO Der Klimakatastrophe begegnen 29.06.2021 Die 2. Ökosozialistische Konferenz der ISO beschäftigte sich mit den verschiedenen Ursachen für die Klimakatastrophe, wie der Tierindustrie. Außerdem diskutierten die Teilnehmer*innen über mögliche Auswege und wie wir diese erreichen können. Am 12. und 13. Juni fand im Schieferpark Lehesten in Thüringen die zweite Ökosozialistische Konferenz der ISO mit ca. 30 Teilnehmenden statt, davon zwei Drittel Mitglieder der Organisation. Unsere Devise: „Der Katastrophe begegnen“. Wo stehen wir in der sozialistischen Auseinandersetzung mit der Klimakatastrophe? Welche Lücken gilt es dabei zu füllen und wie sollten wir unsere Arbeit ausrichten? Gerahmt von diesen Fragen wurden auf der Konferenz als zentrale Themen die Verkehrspolitik und die Landwirtschaft diskutiert. Faktoren der Klimakatastrophe und der Gegenwehr Zum Auftakt der Konferenz diskutierten ...

2021-07-08T01:35:48+02:001. Juli 2021|

Zum 50. Todestag von Georg Lukács.

1.Teil: „Die Renaissance des Marxismus“ von Jürgen Meier Sein Buch „Die Theorie des Romans“ hatte Lukács1 bereits 1916 zu einem berühmten Schriftsteller gemacht. Nachdem er 1918 der KP beigetreten war und 1919 Volkskommissar der ungarischen Räterepublik wurde, entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Marxisten des 20. Jh., dessen Theorien noch immer polarisieren. In der SU, Ungarn oder DDR galt er lange Zeit als Revisionist. Mihály Vajda, Ehrenvorsitzender der „Intern. Lukács Gesellschaft“ negiert ihn völlig: „Lukács als Philosoph existiert nicht mehr.“2 Vajda hat seinen Lehrer Lukács gegen Nietzsche eingetauscht! Lukács schrieb über Philosophie, Literatur, Ästhetik, Politik. Mit seinem Buch „Geschichte und Klassenbewusstsein“ (1923), das die marxistische Dialektik retten sollte, begann sein Weg der „Renaissance des Marxismus“. Er kritisierte 1967 sein Frühwerk. Das habe zwar richtig die Entfremdung erstmals seit Marx als Zentralfrage der Kritik ...

2021-06-29T00:55:45+02:0029. Juni 2021|